Die wahre Religion existiert seit beginn der Geschichte

Die Verzerrung der wahren Religion

Im 20. Jahrhundert wurden wichtige Forschungsarbeiten über den Ursprung der Religionen durchgeführt, und so wissen wir heute dass sämtliche Behauptungen über die Evolution der Religion wissenschaftlich völlig wertlos und reine Phantasievorstellungen sind. Führende Anthropologen wie Andrew Lang und Wilhelm Schmidt haben nachgewiesen, dass Religionen sich nicht entwickelt haben, sondern manchmal im Lauf der Zeit verdreht worden sind. Die Ergebnisse von Schmidts Arbeit wurden in allen Einzelheiten in dem Periodikum Anthropos veröffentlicht.

Zwischen 1900 und 1935 durchgeführte Forschungen zeigen, dass Behauptungen über eine Evolution der Religionen völlig falsch sind, was viele Anthropologen veranlasste, ihre Ideen von Religionsevolution fallen zu lassen. Doch trotz aller wissenschaftlichen und historischen Fakten gibt es immer noch radikale Atheisten, die dieses unhaltbare Szenarium verteidigen.

Archäologische Funde aus Ägypten und Mesopotamien

Das mesopotamische Flachland, nicht weit von der Zivilisation des alten Ägypten entfernt, ist bekannt als die "Wiege der Zivilisation".


Das seitliche Bild zeigt einen "Gott des Blitzes", einen der falschen Götter der Sumerer, die auftauchten, als der eine wahre Glaube korrumpiert wurde.

Zu den wichtigsten Informationen die die archäologische Forschung in dieser Gegend ans Tageslicht brachte, gehört das Wissen um den Glauben dieser Gesellschaften. Inschriften berichten über die Aktivitäten zahlloser falscher Götter. Je mehr Informationen gefunden wurden und je besser die Methoden wurden, mit deren Hilfe die Daten interpretiert wurden, desto mehr Details über den Glauben dieser Zivilisationen wurden sichtbar. Das Interessanteste ist, dass trotz aller falschen Götter, an die diese Völker glaubten, der Eingottglaube immer existierte. Historische Beweise zeigen, dass die wahre Religion immer existiert hat. Auf den folgenden Seiten werden wir die mesopotamischen, ägyptischen, indischen und europäischen Zivilisationen sowie die der Azteken, Inkas und Mayas untersuchen und beweisen, dass sie alle an einen einzigen Gott glaubten und dass sie von Warnern besucht wurden, die ihnen die wahre Religion verkündeten. Der erste Forscher, der entdeckte, dass der Polytheismus ursprünglich den Monotheismus enthalten hat, war Stephen Langdon von der Universität Oxford. 1931 informierte er die wissenschaftliche Welt über seine Funde und erklärte, sie seien völlig unerwartet und widersprächen vorherigen evolutionistischen Interpretationen: Langdon beschrieb seine Entdeckungen wie folgt:

...die Geschichte der Menschheit sei ein rapider Niedergang vom Monotheismus zu extremem Polytheismus und verbreitetem Glauben an böse Geister. 73

Fünf Jahre später schrieb er in The Scotsman:

Die Beweislage verweist unverkennbar auf einen ursprünglichen Monotheismus, die Inschriften und literarischen Überreste der ältesten semitischen Völker weisen ebenso auf Monotheismus hin, und der totemistische Ursprung der hebräischen und anderer semitischer Religionen ist nunmehr vollständig diskreditiert. 74


Als die sumerischen Tontafeln übersetzt wurden, stellte sich heraus, dass die große Zahl falscher Götter im babylonischen Pantheon als Ergebnis falscher Interpretationen von verschiedenen Namen und Titeln einer einzigen Gottheit entstanden waren.

 

Ausgrabungen in Tell Asmar, dem Ort einer sumerischen Stadt aus der Zeit um 3000 v.Chr., brachte Funde zutage, die Langdons Ideen stützten. Der Leiter der Ausgrabungen, Henry Frankfort, schrieb in seinem offiziellen Bericht:

Außer den greifbaren Ergebnissen haben unsere Ausgrabungen neue, überraschende Dinge gezeigt, die jeder, der die babylonischen Religionen erforscht, in Zukunft in Betracht ziehen muss.

Unseres Wissens haben wir zum ersten Mal vollständiges religiöses Material vor seinem sozialen Hintergrund erhalten. Wir besitzen zusammenhängende Beweise, die gleichermaßen von einem Tempel und den Behausungen der in diesem Tempel Betenden stammen. Daraus können wir Schlüsse ziehen, die das Studium der Einzelfunde so nicht möglich gemacht hätte.

 


Der falsche Gott Marduk aus dem Pantheon der Babylonier

Zum Beispiel haben wir entdeckt, dass die Darstellungen auf zylinderförmigen Siegeln, die normalerweise mit verschiedenen Göttern in Verbindung gebracht werden, alle in ein konsistentes Bild passen, in dem ein einziger Gott die zentrale Figur ist, die in diesem Tempel angebetet wurde. Demnach scheint es so zu sein, dass in dieser Frühphase dessen verschiedene Erscheinungsformen nicht als unterschiedliche Gottheiten des sumero-akkadischen Panteons angesehen wurden. 75

Frankforts Entdeckungen zeigen eindrucksvoll, wie ein abergläubisches, polytheistisches System entsteht. Die Theorie der Evolution der Religionen geht davon aus, dass der Polytheismus entstand, als die Menschen begannen, böse Geister anzubeten, die für sie die Kräfte der Natur repräsentierten. Doch dem war nicht so. Im Lauf der Zeit hatten die Menschen ein unterschiedliches Verständnis der verschiedenen Attribute des einen Gottes entwickelt, was zu Verzerrungen des Eingottglaubens führte. Die Attribute des einen Gottes wurden als verschiedene Gottheiten aufgefasst.

Lange bevor Langdon seine Übersetzungen der sumerischen Tafeln vorgenommen hatte machte der Wissenschaftler Friedrich Delitzsch ähnliche Entdeckungen. Er fand heraus, dass die vielen Gottheiten des Panteons der Babylonier alle aus den verschiedenen Eigenschaften des einen Gottes Marduk abgeleitet waren. Der daraus entstandene Vielgötterglaube war das Ergebnis des Verfalls des Glaubens an den einen Gott.

Dieser eine Gott, Maruk, hatte viele weitere Namen: "Ninib", Besitzer der Macht, "Nergal", Herr der Schlacht, "Bel", Besitzer der Herrschaft, "Nebo", Herr des Propheten, "Sin", Erleuchter der Nacht, "Shamash", Herr alles Gerechten und "Addu", Gott des Regens. Im Lauf der Zeit scheinen die Attribute Marduks sich verselbstständigt zu haben und wurden selbst zu Gottheiten. So entstanden auch falsche Gottheiten wie der "Sonnengott" und der "Mondgott" in der Vorstellungswelt der Menschen. Der Glaube an Marduk und seine Ausprägung anhand seiner anderen Namen, die zu falschen Göttern wurden, zeigt, dass dieses Glaubenssystem sich tatsächlich im Lauf der Zeit aus der Verzerrung des Glaubens an den einen Gott entwickelt hat.

Spuren solcher Entartung finden sich auch im alten Ägypten. Wissenschaftler haben entdeckt, dass die alten Ägypter anfangs Monotheisten waren, sich jedoch später von diesem System abwandten und zur Sonnenanbetung kamen. Le Page Renouf schreibt:

Es ist unbestreitbar wahr, dass die sublimeren Elemente der ägyptischen Religion nicht das vergleichsweise späte Ergebnis eines Entwicklungsprozesses der Entfernung von etwas Grösserem ist. Sie sind nachweisbar alt und das letzte Stadium der ägyptischen Religion, das den griechischen und römischen Autoren – ob Heiden oder Christen - bekannt war, war bei weitem das abstossendste und verdorbenste. 76


Der Pharao Echnaton glaubte an einen einzigen Gott und ließ alle Götzen zerstören. Er formulierte seinen Glauben in einer Hymne: Wie zahlreich sind Deine Taten, wenn auch den Blicken entzogen, o einziger Gott, neben Dem sich kein anderer befindet! Du hast die Erde gemacht, wie Du sie gewollt hast, Du allein, alle Menschen, Herden und Schwärme; Alles auf Erden das auf Beinen läuft, das hoch fliegt mit Flügeln…

Anthropologische Forschungen haben ergeben, dass der polytheistische Glaube mit der Entstellung des monotheistischen Glaubens aufkam. Das ist der Beweis, dass es einen Prozess der religiösen Evolution nie gegeben hat, wie manche uns glauben machen wollen.



Der Anthropologe Sir Flinders Petrie sagt, abergläubischer, polytheistischer Glaube sei durch den Verfall des Glaubens an einen einzigen Gott entstanden und dieser Verfallsprozess sei an heutigen wie an vergangenen Gesellschaften sichtbar:

In alten Religionen und Theologien gibt es ganz verschiedene Klassen von Göttern. Manche Rassen, wie die modernen Hindus schwelgen in einer Überfülle von Gottheiten, die ständig grösser wird. Andere ... beten keine großen Götter an, sondern zu animistischen Geistern, Teufeln...

Wäre der Eingottglaube nur durch die Entwicklung aus solcher Geisteranbetung entstanden, so müssten wir eigentlich feststellen können, dass die Vielgötterei dem Glauben an den einen Gott vorausging... Was wir aber tatsächlich feststellen, ist das Gegenteil: Der Monotheismus ist das erste Stadium der Religion...

Wo immer wir den Polytheismus zu seinen frühen Stadien zurück verfolgen können, finden wir, dass er aus Kombinationen von Monotheismus resultiert... 77

Die Ursprünge des abergläubischen Polytheismus in Indien

Selbst wenn die indische Kultur nicht so alt ist, wie Kulturen des mittleren Ostens, ist sie eine der am längsten existierenden Kulturen der Welt.


Die abergläubische Religion der Hindu hat viele falsche Gottheiten. Doch die Forschung hat gezeigt, dass die Menschen in den frühen Tagen der indischen Kultur an einen einzigen Gott geglaubt haben.

Im indischen Heidentum ist die Zahl der sogenannten Gottheiten schier endlos. Nach langer Forschungsarbeit kam Andrew Lang zu dem Schluss, die polytheistischen Religionen Indiens seien in einem ähnlichen Prozess wie im mittleren Osten entstanden.

Edward McCrady schreibt über indischen religiösen Glauben und hat beobachtet, dass die Gottheiten der Frühzeit den heiligen Schriften des Hinduismus zufolge als unterschiedliche Manifestationen eines einzigen göttlichen Wesens angesehen wurden. 78 In den vedischen Schriften finden wir Spuren der Zerstörung der monotheistischen Vorstellung eines einzigen Gottes. Ein anderer Wissenschaftler auf diesem Gebiet, Max Müller, stimmt darin überein, dass es am Anfang einen Eingottglauben gab:

Es gibt einen Monotheismus, der dem vedischen Polytheismus vorausging; und so wie der blaue Himmel manchmal durch vorüberziehende graue Wolken scheint, so blitzt auch die Erinnerung an den einen, unendlichen Gott zuweilen durch den Nebel der heidnischen Phraseologie. 79

Dies zeigt wieder deutlich, dass es keine Evolution der Religionen gab, sondern dass die Menschen der wahren Religion falsche Elemente hinzufügten oder bestimmte Gebote und Verbote vernachlässigten – wodurch es schliesslich zur Entartung des religiösen Glaubens kam.

Der Verfall der Religionen in der europäischen Geschichte

Spuren einer ähnlichen Ansteckung des Glaubens finden sich in der Geschichte europäischer Gesellschaften. In seinem Buch Die Religion Griechenlands in prähistorischer Zeit schreibt Axel W. Persson, ein Experte für altgriechisches Heidentum:

… entwickelte sich dort eine grössere Zahl mehr oder weniger signifikanter Gestalten, die wir in griechischen religiösen Mythen finden. Meiner Auffassung nach beruht deren Vielzahl zum grossen Teil auf den verschiedenen Namen für ursprünglich ein und dieselbe Gottheit. 80


In seinem Buch The Religion of Greece in Prehistoric Times, (Die Religion Griechenlands in prähistorischer Zeit) schreibt Axel W. Persson, ein Experte für alte griechische Religionen "… später entwickelte sich eine große Zahl mehr oder weniger bedeutender Figuren, auf die wir in den griechischen religiösen Mythen stoßen."

Die gleichen Spuren solcher Abänderungen kann man in Italien sehen. Die Archäologin Irene Rosenzweig schrieb nach der Untersuchung der iguvinischen Tafeln, die aus der Zeit der Etrusker stammen, "Gottheiten werden durch Adjektive unterschieden, die dann als unabhängige göttliche Mächte wieder auftauchen." 81

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass alle anthropologischen und archäologischen Entdeckungen des vergangenen Jahrhunderts darauf hinweisen, dass die Gesellschaften zunächst an einen einzigen Gott glaubten und diesen Glauben im Lauf der Zeit veränderten. Anfangs glaubten die Menschen an Gott, Der alles aus dem Nichts erschuf, Der alles sieht und alle Dinge kennt und Der der Herr aller Welten ist. Im Lauf der Zeit aber wurden die Namen unseres Herrn fälschlicherweise als getrennte Gottheiten angesehen, und die Menschen begannen, diese falschen Gottheiten anzubeten. Die wahre Religion ist die Verehrung des einen und einzigartigen Gottes. Polytheistische Religionen entwickelten sich aus dem Verfall des Glaubens an die wahre Religion, die unser Herr seit Zeiten des Propheten Adam (a.s) den Menschen offenbart hat.

Die wahre, von Gott offenbarte Religion

Wenn wir die kulturellen und religiösen Werte von Gesellschaften in verschiedenen Teilen der Welt betrachten, so stellen wir fest , dass sie vieles gemeinsam haben. Diese Gesellschaften hatten keine kulturelle Verbindung zueinander, doch sie glaubten an Engel, Satan und die Dschinns, die nicht in derselben Dimension wie die Menschen leben. Sie glauben an das Leben nach dem Tod und dass Menschen aus Erde erschaffen wurden. Auch ihr Glaube enthält viele gleiche Elemente. Die Arche Noah wird zum Beispiel in sumerischen Aufzeichnungen erwähnt, in der walisichen Religion sowie in chinesischen Inschriften und in der alten litauischen Religion.

Das ist Beweis genug, dass eine einzige, machtvolle Gottheit – Gott, der Herr der Welten – die religiöse Moral offenbart hat. Überall auf der Welt wurden den Völkern Religionen gelehrt, die von derselben erhabenen Quelle stammen und die die Existenz einer einzigen unvergleichlichen Gottheit enthüllen.

Unser Herr hat sich in jeder Periode der Geschichte offenbart, durch auserwählte Diener, die Er lobpries. Durch sie offenbarte Er die Religion, die Er für die Menschen bestimmte. Im Quran, der letzten und endgültigen Offenbarung des allmächtigen Gottes, verkündet Er:

"…jedes Volk hat einen Führer." (Sure 13:7 – ar-Rad)

Andere Verse offenbaren, dass Er allen Völkern einen Botschafter sendet, sie zu warnen:

Aber Wir zerstören keine Stadt, die keinen Warner gehabt hatte zu ihrer Ermahnung; denn Wir sind nicht ungerecht. (Sure 26:208, 209 – asch-Schuara)

Diese gesegneten Botschafter lehrten alle Gesellschaften, dass sie an Allah als den einzigen Gott glauben sollten, nur Ihm dienen sollten und dass sie das Gute praktizieren und das Böse vermeiden sollten. Durch Gehorsam gegenüber diesen Gesandten, von Gott auserwählt und gesegnet und durch die heiligen Schriften, die sie uns hinterlassen haben, werden die Menschen Erlösung finden. Der letzte von unserem Herrn der Welt gesandte Prophet war der Prophet Muhammad (s.a.w.s) – möge Gott ihn segnen und Friede auf ihm sein lassen – und der Quran, das letzte heilige Buch, das in aller Ewigkeit unter dem Schutz des allmächtigen Gottes steht, ist der wahre Führer der Menschheit.

73. Stephen H. Langdon, Semitic Mythology, Mythology of All Races, Vol. V, Archaeol. Instit. Amer., 1931, S. xviii
74. Stephen H. Langdon, The Scotsman, 18 November 1936

75. H. Frankfort, Third Preliminary Report on Excavations at Tell Asmar (Eshnunna): quoted by S. J. Wiseman in New Discoveries in Babylonia about Genesis, London: Marshall, Morgan and Scott, 1936, S. 24

76. P. Le Page Renouf, The Hibbert Lectures, 1879: Lectures on the Origin and Growth of Religion as Illustrated by the Religion of Ancient Egypt, Delivered in May and June, 1879, London: Williams and Norgate, 1880, S. 91.

77. Sir Flinders Petrie, The Religion of Ancient Egypt, London: Constable, 1908, S. 3, 4

78. Edward McCrady, "Genesis and Pagan Cosmogonies,” Transactions of the Victoria Institute, Vol. 72, 1940, S. 55

79. Max Müller, History of Sanskrit Literature: quoted by Samuel Zwemer, S. 87

80. Axel W. Persson, The Religion of Greece in Prehistoric Times, University of California Press, 1942, S. 124.

81. Review of Irene Rosenzweig's Ritual and Cults of Pre-Roman Iguvium by George M. A. Hanfmann, American Journal of Archaeology, Vol. 43, No. 1, Jan.-Mar. 1939, S. 170, 171